Tron - Tod eines Hackers.
Mit seinem Tod wurde ein Mythos geboren: Ende Oktober 1998 fand man in einem Berliner Park den jungen Informatiker Boris F. erhängt an einem Baum. War es Selbstmord, war es Mord? Boris F., der sich «Tron» nannte, war ein besonderer junger Mann. Er galt als einer der begabtesten Hacker, einer, der es allein mit einer boomenden Hightechwirtschaft aufnehmen konnte, die unter Einsatz von Millionensummen angeblich sichere Chipkarten entwickelt, für Telefone, Handys oder Pay-TV. «Nichts ist wirklich sicher», lautete sein Credo. In der Presse wie in der Hackerszene kursierten schnell die möglichen Mordmotive, während die Polizei von Selbstmord ausgeht. Man wusste von Geheimdienstkontakten, die Mafia schien interessiert, die Hightechindustrie sowieso. Hatte «Tron» zuletzt an einem Projekt gearbeitet, das einen Multimilliardenmarkt erschüttert hätte? Burkhard Schröder hat sich auf die Spur des Lebens von Boris F. begeben und gewann dabei tiefe Einblicke in die Welt, in der er lebte, die «wirkliche» ebenso wie die «virtuelle». Er recherchierte in ganz Deutschland, vor allem aber im Internet, und wurde dabei immer wieder an Trons Credo erinnert: «Nichts ist wirklich sicher.» Der Mythos um Trons Geschichte, vielfach verglichen mit der jüngst im Film «23» verewigten Geschichte des Hackers Karl Koch, mag durch die Funde des Autors an Zauber verlieren. Dafür gewinnt der Leser Verständnis für eine geheimnisumwitterte Welt, die er bislang für verschlossen hielt. Und getreu dem Ethos der Hacker-Szene legt Schröder seine Quellen offen. Wer ans Internet angeschlossen ist, kann seine Recherche auf [Burks Blog](https://www.burks.de/burksblog/tron-tod-eines-hackers) nachvollziehen.